Die Zeit rennt
Schuljahresende, Filmevent und mein erster Halbmarathon
Ziemlich genau zwei Monate verbleiben noch. Und mein Alltag hat sich in den letzten Wochen ziemlich verändert, weshalb es mal wieder an der Zeit ist, euch ein paar aktuelle Einblicke zu geben.
Kein Unterricht mehr?!
Seit letzter Woche ist der Unterricht an der G.S. Kabusunzu offiziell vorbei. Im Moment läuft die normale zweiwöchige Klausurenphase, an die sich dann eine drei- bis vierwöchige Phase der „National Exams” (Bundesklausuren) anschließt. Das heißt: viel Arbeit für die Kinder und wenig bis gar keine Arbeit für uns. Ich werde von nun an lediglich für die Renovierungsarbeiten des Basketballplatzes und etwaiges Ferienprogramm nach den „National Exams“ an die Schule kommen. Unser ursprüngliches Hauptprojekt schon zwei Monate vor Abreise zu beenden und die Kinder, wenn überhaupt, nur noch ein paar Mal zu sehen, ist ein komisches Gefühl.
Ein erstes Filmevent
Dennoch habe ich keineswegs nur noch frei. Für die restlichen Wochen bin ich fast ganztägig bei WBS, meiner Deutschsprachschule, um Kurse zu geben, Werbebeiträge für Social Media zu erstellen oder z.B. Events zu organisieren.
Ein erstes Event konnten wir als Team letzten Samstag umsetzen. Die Idee war, die WBS- und deutschsprachige Community durch ein Filmevent zusammenzubringen. Durch angebotenes Essen und Getränke sollte sich außerdem die Möglichkeit bieten, in den Austausch zu kommen. Durch den glücklichen Zufall, dass Deutschland am Samstagabend in der WM gegen die Elfenbeinküste spielte, erweiterten wir das Programm mit einem „Public Viewing”, was durch die Beteiligung der afrikanischen Mannschaft auch Ruander:innen anlockte.
Hinsichtlich des Films entschieden wir uns für „Willkommen bei den Hartmanns“, da dieser auf humorvolle Weise Stereotype und Vorurteile der deutschen Gesellschaft gegenüber afrikanischen Migrant:innen darstellte. So wurde über solche Perspektiven, die hier logischerweise unmöglich erscheinen, aufgeklärt und gleichzeitig das jeweilige Deutschniveau mit einem Film auf C2-Niveau herausgefordert. Selbstverständlich dienten bei Verständnisschwierigkeiten englische Untertitel als Hilfe.
Ein professioneller Koch aus einem der Deutschkurse hatte sich bereit erklärt, das Grillen zu übernehmen. Von Würstchen im Brötchen über Fleischspieße bis hin zu gebratenen Kartoffeln und Teigtaschen war alles geboten.
Ab 21:45 Uhr trudelten dann weitere Menschen für das WM-Spiel ein. Darunter waren auch ca. 20 der deutschen Freiwilligen hier in Ruanda. So waren Fans beider Mannschaften vertreten und fieberten mit, was das spannende Match noch amüsanter machte. Der späte Siegtreffer läutete auch gleichzeitig das Ende des knapp siebenstündigen Events ein, was insgesamt ein voller Erfolg war.


Mein erster Halbmarathon
Springen wir jetzt nochmal eine Woche zurück, als am Wochenende des 13. und 14. Juni der Kigali Peace Marathon stattfand. 10, 21 und 42 km standen zur Auswahl und da ich selbst noch nie einen Halbmarathon gelaufen bin, wollte ich das bei diesem Lauf ändern. Auf 1500 Metern über dem Meeresspiegel und mit 650 Meter An- und Abstieg hatten es diese 21 km wirklich in sich. Gemeinsam mit weiteren Mitfreiwilligen kämpfte ich mich demnach Kilometer für Kilometer durch die Stadt, wobei die letzten 5 km endlos erschienen und wirklich Horror waren.
Nichtsdestotrotz war die Stimmung locker und motivierend, was die Strapazen des über zweistündigen Laufes etwas erträglicher machte.
Und weil es so schön war, tue ich mir das Ganze diese Woche wieder an. Diesmal jedoch durch einen der vier Nationalparks Ruandas, den Nyungwe-Regenwald. Ich hoffe, dass durch die wunderschöne Landschaft das stundenlange Laufen in Vergessenheit geraten wird.




Ein großes Dankeschön!!
Über die letzten Wochen habe ich, wie ihr wahrscheinlich mitbekommen habt, die Spendenkampagne für den Basketballplatz geführt. Ich hatte zwar schon zu Beginn meines Freiwilligendienstes unglaubliche finanzielle Unterstützung bekommen, die die Idee dieser Renovierung überhaupt möglich gemacht hat. Dennoch fehlten für den vollständigen Umbau noch ca. 1500€, die mit diesem erneuten Aufruf nicht nur erreicht, sondern sogar übertroffen wurden.
Die Schulleitung und ich sind von dieser riesigen Unterstützung überwältigt und möchten uns bei jedem Spender und jeder Spenderin aufrichtig bedanken! Für das Vertrauen, diese Erneuerung vernünftig umzusetzen, bin ich wirklich dankbar.
Infolgedessen konnte ich mit der Schulleiterin, meinem Projektmanager, dem Bauleiter und dem Sportlehrer den Bauvertrag abschließen, wodurch so bald wie möglich mit den Renovierungsarbeiten begonnen werden kann.
Über alle weiteren Veränderungen werde ich euch selbstverständlich auf dem Laufenden halten.
Ausblick
Ich habe außerdem mit dem Leiter von WBS, Jacques Nshimyumukiza, ein Interview zur deutschen Entwicklungszusammenarbeit und dem generellen Einfluss von Spenden auf die afrikanische Wirtschaft und Entwicklung geführt. Dieses Gespräch werde ich demnächst hochladen.
Falls ihr für die letzten Wochen noch Wünsche zu Themen habt, die ich angehen sollte, dann lasst mir diese gerne über folgenden Link zukommen:
Vielen Dank!

