Im Umbruch
Von Abschied und Neuanfängen
WG-Abschied
Letzte Woche habe ich erwähnt, dass bereits sieben Monate vergangen sind und damit die letzten fünf Monate angebrochen sind. Ab nächster Woche Mittwoch werden wir diese Monate in der WG nur noch zu zweit verbringen. Denn ein WG-Mitglied, Emma, hat sich dazu entschieden, am Mittwochabend wieder zurück nach Deutschland zu fliegen. Verschiedene persönliche Gründe haben sie zu dieser Entscheidung gebracht, auch wenn sie hier eine sehr schöne Zeit hatte. Absolut verständlich und gleichzeitig natürlich sehr schade.
Für Julius und mich bedeutet das jetzt vor allem einige Umstellungen, in den Projekten sowie in der WG selbst. Projektbezogen ist dafür jetzt tatsächlich ein relativ passender Zeitpunkt.
Projektpläne
Das Deutschprojekt, das ich bisher mit Emma gemacht habe, hat ab nächster Woche verschiedene Veränderungen: Der B1-Kurs, den wir von Anfang an begleitet haben, neigt sich inhaltlich dem Ende zu und wird ab morgen nur noch zwei Termine pro Woche in Anspruch nehmen, bis alle Teilnehmenden den B1-Test absolviert haben. Den B1/B2-Refresher-Kurs, der Mittwochabends stattfindet und bisher nochmal in zwei nach Niveau aufgeteilt war, werde ich künftig gemeinsam unterrichten müssen, was durchaus herausfordernd wird.
Außerdem werde ich ab nächster Woche mit in den Unterricht der beiden neuen A1-Kurse einsteigen. Für den Morgen- und Abendkurs jeweils zwei Termine, wobei ich den Abendkurs unter anderem freitags ab 19:30 Uhr übernehmen werde. Mal schauen, ob ich mir mit dieser Wahl nicht ein bisschen selbst ein Bein gestellt habe. :)
Das Schulprojekt an der G.S. Kabusunzu geht ab nächster Woche in die Ferien, was uns die Möglichkeit gibt, nach den Ferien neu strukturiert zu starten.
Ursprünglich hatten wir Anfang des Jahres ein neues Projekt an der Grundschule „Les Rosignolles“ gestartet, das zweimal pro Woche stattfand.
Dabei sind wir jedoch auf mehrere Herausforderungen gestoßen. Besonders der hohe Zeitaufwand, mit etwa vier Stunden für eine 40-minütige Sportstunde, war auf Dauer nicht tragbar. Auch organisatorisch stießen wir an Grenzen, da wir in der verfügbaren Zeit zu viele Klassen betreuen mussten.
Aus diesen Gründen konnten wir das Projekt langfristig nicht fortführen und haben uns schließlich dazu entschieden, es zu beenden.
Für die zweite Hälfte des Freiwilligendienstes habe ich mir vorgenommen, nach weiteren potentiellen Projekten Ausschau zu halten, auch um den neuen Freiwilligen möglichst gute Startvoraussetzungen zu ermöglichen.
Neue Freiwillige?!
Diese neuen Freiwilligen haben wir diese Woche in einem Online-Meeting kennengelernt und ausgiebig über Themen gesprochen, die einen eben im Voraus interessieren oder Sorgen bereiten. Malaria, die Sicherheit vor Ort, Spendensammeln oder die Neugier, wie denn wohl die WG aussehen wird. So erinnerten mich die Gespräche das erste Mal so richtig daran, über was man sich so Gedanken gemacht hat und was für eine Rolle diese Themen im Vergleich heute noch spielen. Dass ich mir zum Beispiel über Malaria inzwischen kaum noch Gedanken mache, hätte ich vorher nicht erwartet.
Gleichzeitig hat mir das Meeting noch einmal bewusst gemacht, dass die Zeit hier eben doch begrenzt ist und in nicht allzu langer Ferne vorbei sein wird.
Erste Hausparty
Am Freitag veranstalteten wir als WG unsere erste Hausparty. Eine Idee dahinter war logischerweise, dass Emma sich so von vielen Menschen gleichzeitig verabschieden konnte. Dennoch sollte die Party nicht nur im Rahmen des Abschieds stattfinden, sondern eher allgemeiner gehalten werden und den Gästen eine gute Zeit bereiten.
Am Anfang dieses Abends lief unser Strom aus, den man normal über das Online-Bezahlsystem „MoMo” aufladen kann. Ausgerechnet zu dieser Zeit hatte dieses System temporär eine Störung, weshalb wir keinen neuen Strom aufladen konnten und dementsprechend im Dunkeln sitzen mussten. Nach einer deprimierenden halben Stunde hatte sich das Thema glücklicherweise doch wieder geklärt und so konnten wir mit Musik und Licht in die Nacht starten.
Wir konnten den ruandischen Gästen wichtige Partyspiele wie beispielsweise Bierpong beibringen, was direkt allgemeine Beliebtheit erlangte. In Ruanda gibt es grundsätzlich recht klare Regelungen für Partys und Clubs, die meist gegen 2 Uhr morgens enden. Da unsere Party erst gegen halb vier endete, hatten wir entsprechend Glück, nicht auch polizeilichen Besuch bekommen zu haben.
Neben guten Gesprächen haben viele auch auf der provisorischen Tanzfläche gezeigt, was sie so draufhaben. Auf ruandischer sowie auf deutscher Seite gab es dabei beeindruckende Tanzkünste.






Erinnerung
Ich plane, anlässlich der bald bevorstehenden „Genocide Memorial Week”, einen Text zu verschiedenen Aspekten rund um den Genozid zu veröffentlichen.
Wenn du bereits vorab Fragen bezüglich dieses Themas hast, egal ob zu Hintergründen, dem Verlauf, persönlichen Geschichten oder der heutigen Erinnerungskultur, kannst du mir diese gerne zukommen lassen:
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